Ratgeber / SELECTED VINTAGE GUITARS

Japanische Vintage-Gitarren — Marken, Fabriken und Kaufberatung

Fender Japan, Tokai, Greco, Yamaha und japanische Akustikgitarren: Entdecke Marken und Fabriken, erfahre, worauf es beim Gebrauchtkauf ankommt, und finde aktuelle Angebote.

Wie wählt man eine japanische Vintage-Gitarre?

Beginne mit der Instrumentenart und dem einzelnen Exemplar, nicht nur mit dem Logo. Vergleiche Hals und Bünde, Originalteile sowie Reparaturen und Modifikationen. Ein japanischer Markenname allein belegt nicht das Herstellungsland: Prüfe die Kennzeichnungen und die Beschreibung der jeweiligen Gitarre. Unten findest du die Geschichte der Marken und Fabriken, anschließend aktuelle Beispiele aus unserem Angebot.

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E-Gitarre, Akustikgitarre oder Bass — einzelne Exemplare vergleichen

Japanische Vintage-Gitarren bilden eine vielfältige Gruppe, keinen einheitlichen Ausstattungs- oder Zustandsstandard. Notiere beim Angebotsvergleich Modell, Kennzeichnungen, Servicegeschichte und wichtige Details: Halsprofil, Sattelbreite, Gewicht oder Tonabnehmertyp. Fehlt ein Maß, bitte um Bestätigung.

Das Alter allein sagt nicht, ob sich eine Gitarre für dich angenehm spielt. Fotos und Geschichte helfen bei der Vorauswahl; Zustand und Vorbereitungsbeschreibung sagen mehr über das einzelne Exemplar aus. Die folgenden Archivfotos veranschaulichen diesen Vergleich.

Tokai Jazz Sound JB50 (1984), Candy Apple Red — Archiv von Selected Vintage Guitars. Die farblich passende Kopfplatte ist ein sichtbares Detail dieses Exemplars.
Tokai Jazz Sound JB50 (1984), Candy Apple Red — Archiv von Selected Vintage Guitars. Die farblich passende Kopfplatte ist ein sichtbares Detail dieses Exemplars.

Vollständige Archivseite des Tokai Jazz Sound JB50 ↗

Tokai Jazz Sound und Hard Puncher: auf die Details achten

Achte bei Tokai-Bässen auf den vollständigen Seriennamen und die Modellbezeichnung, nicht nur auf das Tokai-Logo. Beim archivierten Jazz Sound JB50 in Candy Apple Red sind Spezifikation und Arbeiten getrennt beschrieben: Bundpflege, Abschirmung der Elektronik sowie Einstellung von Saitenlage und Intonation. Das trennt das Aussehen von der Servicegeschichte.

Beginne beim Vergleich mit einem Hard Puncher mit den Beschreibungen beider Exemplare und den Fotos ihrer Hardware. Eine Seriennummer kann bei der Datierung helfen, ersetzt aber keine Prüfung von Modell, Teilen und Zustand. Unser Tokai-Decoder erklärt den Umfang des Ergebnisses und wann weitere Kennzeichnungen nötig sind.

Tokai-Seriennummer prüfen ↗

Was verrät der Servicebericht? Das Beispiel Greco EG800

Das Archivfoto der Greco EG800 zeigt einen Sunburst-Korpus und zwei Humbucker. Die Beschreibung ergänzt, dass bei diesem Exemplar Bünde und Sattel erneuert wurden. Foto und Arbeitsnachweis beantworten unterschiedliche Fragen und sollten zusammen betrachtet werden.

Ist dir Originalität als Sammler wichtig, frage nach Ersatzteilen und Dokumentation. Suchst du vor allem ein Instrument zum Spielen, beschreibe deine Spielweise und Setup-Wünsche. Der Modellname allein entscheidet nicht, welches Exemplar diese Bedürfnisse besser erfüllt.

Greco EG800 — SVG-Archiv. Das Foto zeigt das Instrument; die Beschreibung dokumentiert die ausgeführten Arbeiten.
Greco EG800 — SVG-Archiv. Das Foto zeigt das Instrument; die Beschreibung dokumentiert die ausgeführten Arbeiten.

Archivbeschreibung und Fotos der Greco EG800 ↗

Vom Archivbeispiel zum aktuellen Angebot

Das Archiv hilft dir, Modelle und frühere Exemplare kennenzulernen. Es bedeutet nicht, dass eine abgebildete Gitarre noch erhältlich ist. Aktuelle Angebote findest du auf den Markenseiten und im Shop; am Ende dieses Ratgebers zeigen wir zusätzlich Beispiele aus dem veröffentlichten Katalog.

Vergleiche vor dem Kauf Zustand, Servicearbeiten und Bedingungen des konkreten Angebots. Prüfe bei PRE-SALE, welche Arbeiten noch geplant sind und wann sie abgeschlossen werden sollen. Wenn du ein Instrument in Poznań ansehen möchtest oder weitere Fotos brauchst, sende uns den Link zu seiner Seite.

Gitarrenkauf: Zustand, PRE-SALE, Kontakt und Versand ↗

Das Goldene Zeitalter des japanischen Gitarrenbaus: Ein Leitfaden zu Akustik-
und Konzertgitarren der 70er- und 80er-Jahre

Japanische Vintage-Gitarren — Marken, Fabriken und Kaufberatung — Foto aus dem SVG-Archiv

Ende der 1960er-Jahre wurde der weltweite Gitarrenmarkt von den amerikanischen Giganten beherrscht. Namen wie Martin, Gibson und Fender standen für Qualität und Klang und prägten die populäre Musik vom Folk bis zum Rock. Doch im Land der aufgehenden Kirschblüte begann im Zuge eines beispiellosen Wirtschaftswunders und einer kulturellen Faszination für den Westen still und leise eine Revolution. Die 70er- und 80er-Jahre sollten Zeugen eines tiefgreifenden Umbruchs werden, durch den sich Japan vom Nachahmer zum Vorreiter wandelte und neue Maßstäbe für Qualität und Innovation im Gitarrenbau setzte. Es war das Goldene Zeitalter des japanischen Gitarrenbaus.

Diese Zeit war weit mehr als nur die Massenproduktion von Kopien amerikanischer Instrumente. Es war eine Phase intensiven Lernens, der Vervollkommnung des Handwerks und schließlich der Innovation, die die globale Landschaft der Gitarrenindustrie für immer verändert hat. Instrumente aus jenen Jahren, einst als günstigere Alternativen betrachtet, sind heute bei Sammlern und Musikern weltweit gesucht. Geschätzt werden sie nicht nur wegen ihres hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses, sondern vor allem wegen ihres einzigartigen Charakters, ihrer außergewöhnlichen Verarbeitungsqualität und ihrer historischen Bedeutung.

Dieser Leitfaden soll diese faszinierende Epoche eingehend beleuchten, mit besonderem Augenmerk auf Akustik- und Konzertgitarren. Zunächst analysieren wir den historischen und wirtschaftlichen Kontext, der diese rasante Entwicklung ermöglichte. Anschließend betrachten wir die Säulen der japanischen Produktion – die großen Fabriken, die hinter unzähligen Marken standen. In den folgenden Kapiteln stellen wir die wichtigsten Akustikgitarrenmarken sowie die Meister des klassischen Gitarrenbaus vor, deren Namen zum Inbegriff höchster Qualität wurden. Abschließend fassen wir das Vermächtnis dieses Goldenen Zeitalters zusammen und geben praktische Tipps für alle, die ein Stück dieser außergewöhnlichen Geschichte besitzen möchten.

Historischer Kontext

Um das Phänomen der japanischen Gitarren der 70er- und 80er-Jahre zu verstehen, muss man in die Nachkriegszeit zurückgehen und das Zusammenspiel wirtschaftlicher, kultureller und industrieller Faktoren betrachten, das ideale Bedingungen für den Aufstieg einer neuen Großmacht im Gitarrenbau schuf.

Wirtschaftswunder und kulturelle Revolution

Die Jahre 1966 bis 1970 in Japan, bekannt als „Izanagi-Boom“, waren von einem atemberaubenden Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 11,6 % pro Jahr geprägt. Japan wurde zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, und steigende Einkommen sowie privater Konsum schufen einen aufnahmefähigen Binnenmarkt. Gleichzeitig prallte die Generation der japanischen Babyboomer auf die alten Werte und schuf eine neue Konsumkultur.

Ein zentrales Element dieses kulturellen Wandels war die Faszination für westliche Musik. Der E-Gitarren-Boom von 1965 und die anschließend wachsende Popularität amerikanischer und britischer Rock-, Folk- und Popmusik erzeugten eine enorme Nachfrage nach Gitarren. Diese Nachfrage hatte zwei Quellen: Einerseits kam sie von den im Nachkriegsjapan stationierten amerikanischen Soldaten, andererseits von der japanischen Jugend selbst, die neue musikalische Trends begeistert aufnahm. Dieses Zusammentreffen schuf ideale Bedingungen für das rasante Wachstum der Gitarrenindustrie.

„The Lawsuit Era“ – Mythos, Wirklichkeit und Katalysator des Wandels

Der Begriff „Lawsuit Era“ (Ära der Gerichtsverfahren) ist eine weit verbreitete, wenn auch oft irreführende Bezeichnung für die Zeit von Mitte der 60er- bis Ende der 70er-Jahre, in der japanische Firmen hochwertige Repliken amerikanischer Gitarren herstellten. Obwohl der Name eine Welle von Klagen suggeriert, gab es in Wirklichkeit nur wenige. Der bedeutendste Rechtsstreit betraf die Klage der Firma Norlin (damals Eigentümerin von Gibson) gegen Hoshino Gakki (den Vertrieb der Marke Ibanez) wegen der Kopie der charakteristischen Gibson-Kopfplattenform, der sogenannten „Open Book“. Der Fall wurde schließlich 1978 außergerichtlich durch einen Vergleich beigelegt, ohne dass ein Urteil erging.

Der eigentliche Grund, warum diese „Kopien“ legendär wurden, war der Qualitätsverfall bei den amerikanischen Giganten. In den 70er-Jahren, unter der Führung von CBS (Fender) und Norlin (Gibson), verschlechterte sich die Produktionsqualität in den USA. Die japanischen Hersteller, die die klassischen Modelle der 50er- und 60er-Jahre möglichst originalgetreu nachbilden wollten, kamen den zeitgenössischen amerikanischen Originalen in puncto Materialqualität und Sorgfalt der Verarbeitung nicht nur gleich, sondern übertrafen sie oft sogar. Die Herstellung nahezu perfekter Repliken einer Martin D-28 oder einer Gibson Les Paul von 1958 erforderte eine gründliche Analyse der Konstruktion, die Beschaffung hervorragender Hölzer und die Beherrschung anspruchsvoller Gitarrenbautechniken. So wurde die „Lawsuit Era“ für die japanische Industrie zu einem unbeabsichtigten, aber äußerst wirkungsvollen Forschungs- und Entwicklungsprogramm.

Die Drohung mit Klagen, auch wenn sie selten wahrgemacht wurde, wurde zu einem mächtigen Katalysator des Wandels. Der Vergleich von 1978 zwang die japanischen Firmen, insbesondere Ibanez, die Strategie des Kopierens aufzugeben und sich auf eigene, originelle Entwürfe zu konzentrieren. Das war ein entscheidender Wendepunkt – der Übergang von meisterhafter Nachahmung zu bewusster Innovation. Ausgestattet mit dem Wissen und den Fähigkeiten, die sie in einem Jahrzehnt originalgetreuer Replikation erworben hatten, begannen die japanischen Hersteller, Instrumente zu bauen, die bald selbst zu Ikonen werden sollten.

Säulen der Produktion – die großen OEM-Fabriken

Anders als im amerikanischen Modell, in dem große Marken in der Regel eigene Fabriken besaßen, wurde der japanische Gitarrenmarkt in den 70er- und 80er-Jahren von vielseitigen Fabriken dominiert, die nach dem OEM-Modell (Original Equipment Manufacturer) arbeiteten. Diese großen Werke fertigten Instrumente für viele verschiedene Marken gleichzeitig, sowohl für den Binnenmarkt als auch für den Export. Die Rolle dieser Fabriken zu verstehen, ist entscheidend, um das komplexe Geflecht von Verbindungen zwischen Marken, Modellen und ihrer tatsächlichen Herkunft zu entwirren. Bemerkenswert ist, dass sich diese Entwicklung geografisch stark konzentrierte und spezialisierte Zentren des Gitarrenbaus entstehen ließ, vor allem in der Region um die Städte Matsumoto und Nagoya. Diese Konzentration förderte den Wissensaustausch, den Austausch qualifizierter Arbeitskräfte und den Aufbau von Zuliefernetzwerken, was Qualität und Innovation zusätzlich vorantrieb.

Fujigen Gakki (Matsumoto)

Die 1960 in Matsumoto gegründete Fabrik Fujigen (vollständiger Name Fuji Gengakki Seizō) stellte anfangs Violinen und Konzertgitarren her. Bereits 1962 stellte sie auf E-Gitarren um und wurde schnell zum wichtigsten Auftragsfertiger für führende japanische Marken: Ibanez (im Besitz von Hoshino Gakki) und Greco (im Besitz von Kanda Shokai). Auf ihrem Höhepunkt im Jahr 1983 war Fujigen der größte Gitarrenhersteller der Welt und produzierte 14 000 Instrumente pro Monat.

Ihr Ruf als Hersteller hervorragender Fender-Repliken unter der Marke Greco war so groß, dass Fender selbst, um den Kopienmarkt zu bekämpfen, mit einem Kooperationsangebot an sie herantrat. 1982 entstand das Joint Venture Fender Japan, in dem Fujigen für die Produktion der offiziellen japanischen Versionen von Fender- und Squier-Gitarren verantwortlich war. Das war eine beispiellose Anerkennung der Qualität ihrer Arbeit. Ähnlich kam es 1988 zur „Versöhnung“ mit Gibson, als Fujigen mit der Produktion offizieller Kopien unter den Marken Orville by Gibson und Epiphone Japan begann.

Matsumoku (Matsumoto)

Die ebenfalls in Matsumoto ansässige Fabrik Matsumoku hatte ihre Wurzeln in der Holzindustrie. 1951 als Matsumoto Mokkō gegründet, spezialisierte sie sich auf die Herstellung von Möbeln, darunter Schränke für Singer-Nähmaschinen und Gehäuse für Hi-Fi-Geräte. Diese Erfahrung in der präzisen Holzbearbeitung erwies sich als unschätzbarer Vorteil, als das Unternehmen 1963 mit dem Gitarrenbau begann.

Matsumoku erwarb sich schnell einen guten Ruf mit hochwertigen Archtop-Gitarren. 22 Jahre lang war sie der Hauptfertiger für Arai & Co. und baute die berühmten Instrumente der Marke Aria Pro II. Die Fabrik war außerdem für den Großteil der japanischen

Epiphone-Gitarren der Jahre 1970–1986 verantwortlich und produzierte auch für Westone, Univox und viele andere Marken. Matsumoku war ein Pionier beim Einsatz von CNC-Maschinen in der Holzbearbeitung, was in Verbindung mit einem hohen Anteil an Handarbeit (etwa 60 % des Prozesses) sowohl große Stückzahlen als auch eine hohe, gleichbleibende Qualität ermöglichte. Leider wurde die Fabrik 1987 infolge des Bankrotts ihrer Muttergesellschaft Singer geschlossen.

Japanische Vintage-Gitarren — Marken, Fabriken und Kaufberatung — Foto aus dem SVG-Archiv

Terada Musical Instrument Co. (Nagoya)

Die 1912 in Nagoya gegründete Fabrik Terada ist einer der ältesten japanischen Hersteller von Saiteninstrumenten. Anders als Fujigen und Matsumoku, die sich weitgehend auf E-Gitarren konzentrierten, spezialisierte sich Terada vor allem auf Akustik- und Semi-Akustikgitarren. In der Blütezeit, von den späten 70er- bis zu den frühen 90er-Jahren, fertigte das Unternehmen in drei Werken bis zu 10 000 Gitarren pro Monat.

Die Liste der Marken, für die Terada produzierte, ist beeindruckend und umfasst Morris, Orville by Gibson, Gretsch, Ibanez und sogar Importlinien für C.F. Martin. Die Fabrik baute auch Instrumente unter eigenen Marken, die hauptsächlich für den japanischen Markt bestimmt waren, wie etwa

Jagard und Thumb. Terada ist bis heute aktiv, wenn auch in kleinerem Umfang, und wird für ihre Meisterschaft im Bau von Gitarren mit Resonanzkorpus geschätzt.

Kurosawa Gakki (Tokio/Nagano)

Kurosawa ist ein einzigartiger Fall auf dem japanischen Markt – ein Unternehmen, das die Rollen von Hersteller, Vertrieb und großer Musikalienhandelskette in sich vereint. Es wurde 1957 von Tsunesaburo Kurosawa gegründet. In den 60er-Jahren reiste Tsunesaburo nach Spanien, um den Gitarrenbau zu erlernen, was es ihm ermöglichte, authentische Bautechniken klassischer Gitarren nach Japan zu bringen.

Ab 1967 begann das Unternehmen, eine Kette von Musikgeschäften zu eröffnen, für die es eigene Gitarrenlinien herstellte oder deren Produktion beaufsichtigte. Eine dieser Marken war Jullian, bekannt für hochwertige Akustikgitarren im Martin-Stil sowie für Konzertgitarren. Die Verbindung aus dem Gitarrenbauwissen des Gründers und der Vertriebsstärke der eigenen Ladenkette verschaffte Kurosawa eine einzigartige Position auf dem Markt.

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Tabelle 1: Die wichtigsten japanischen OEM-Fabriken und zugehörige Marken (1970er–1980er Jahre)

Fabrik (Standort) Tätigkeitszeitraum (Ära) Spezialisierung Ausgewählte Auftragsmarken (OEM) Eigene/verbundene Marken
Fujigen Gakki (Matsumoto) 1960-heute E- und Akustikgitarren, hohe Produktionsvolumina Ibanez, Greco, Fender Japan, Orville, Epiphone, Yamaha FGN Guitars
Matsumoku (Matsumoto) 1951-1987 E- und Akustikgitarren, innovative Designs Aria Pro II, Epiphone, Westone, Univox, Washburn, Vox Westone (anfangs)
Terada (Nagoya) 1912-heute Akustik- und Halbresonanzgitarren Morris, Orville, Gretsch, Ibanez, C.F. Martin (Import), Burny, Epiphone Jagard, Thumb, T. Haruo
Kasuga (Nagoya) 1935-1996 Akustikgitarren, Banjos, Mandolinen Yamaha, Burny, ESP, Headway, Guild (Madeira) K.Country, Heerby, Kasuga
Dyna Gakki (Nagano) 1972-heute E- und Akustikgitarren Fender Japan (später), Greco, Ibanez (kurzzeitig), Fernandes JooDee
Chushin Gakki (Nagano) 1960er-heute E-Gitarren Charvel, Jackson, Fresher El Maya, Cobran, Bambu

Markenführer

Hinter dem Erfolg japanischer Gitarren standen nicht nur mächtige Fabriken, sondern vor allem Marken, denen es gelang, eine eigene Identität aufzubauen und das Vertrauen der Musiker zu gewinnen. Im Folgenden stellen wir die Profile der wichtigsten unter ihnen vor, die in den 1970er und 1980er Jahren den Klang japanischer Akustik- und Konzertgitarren geprägt haben.

Yamaha

Yamaha, dessen Geschichte bis ins Jahr 1887 zurückreicht, begann bereits in den 1940er Jahren mit dem Gitarrenbau, doch erst die 1960er und 1970er Jahre brachten dem Unternehmen weltweiten Ruhm. 1966 eröffnete die Firma einen eigenen Custom Shop – ein deutliches Zeichen ihres Strebens nach höchster Qualität.

  • FG-Serie (Folk Guitar): Diese 1966 mit den Modellen FG150 und FG180 eingeführte Serie wurde legendär. Sie bot eine beispiellose Qualität zu einem erschwinglichen Preis, was ihr enorme Popularität einbrachte. Genau auf einer Yamaha FG-150 spielte Country Joe McDonald 1969 sein Solokonzert beim Woodstock-Festival. Die Serie entwickelte sich rasch weiter und umfasste Modelle aus massivem Holz wie die FG-500, FG-1500 und FG-2000, für die sich Künstler wie Bob Seger und James Taylor entschieden.

  • L-Serie (Luxury): Mitte der 1970er Jahre führte Yamaha die L-Serie als seine Flaggschiff-Linie für Akustikgitarren ein. Diese Instrumente zeichneten sich durch die Verwendung der besten Materialien, eine längere Mensur (25 9/16 Zoll) und reichere Verzierungen aus. Die Gitarren der L-Serie fanden schnell Anerkennung bei Weltstars. Bob Dylan, John Denver und Paul Simon nutzten diese Instrumente regelmäßig bei Konzerten und Aufnahmen, was ihren Status endgültig bestätigte.

  • GC-Serie (Grand Concert): Dies ist Yamahas Linie von Konzertgitarren der Spitzenklasse. Ihre Konstruktion wurde 1966 in Zusammenarbeit mit dem spanischen Gitarrenbauer Eduardo Ferrer und anschließend 1973 mit Manuel Hernandez verfeinert. Es handelte sich um Instrumente in Konzertqualität, die selbst bei so anspruchsvollen Künstlern wie Andrés Segovia Anerkennung fanden.

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K. Yairi (Kani, Gifu)

Die Geschichte der Marke K. Yairi ist eine Geschichte von Familie und Leidenschaft. Zwar reichen die Anfänge des Unternehmens bis ins Jahr 1935 zurück, als Giichi Yairi seine Werkstatt gründete, die eigentliche Blütezeit begann jedoch unter der Leitung seines Sohnes Kazuo Yairi. Nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten, wo er Gitarrenbautechniken studiert hatte, gründete Kazuo 1965 Yairi Guitars unter der Marke „K. Yairi“. Seine Philosophie war einfach: Instrumente von Hand zu bauen, die über Generationen geschätzt werden. Der Schlüssel dazu war die Verwendung sorgfältig ausgewählter und natürlich gelagerter Hölzer sowie die Treue zu traditionellen handwerklichen Methoden. Im Gegensatz zu den großen OEM-Fabriken hielt K. Yairi die Produktion stets klein, wodurch die Marke eine kompromisslose Qualität bewahren konnte. Bekannt ist die Marke auch für die Exportlinie Alvarez-Yairi, die in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Firma St. Louis Music entstand.

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BlueBell

BlueBell ist eine Marke aus den 1970er Jahren, die für den japanischen Markt bestimmt war und deren Marketingauftritt an die Ästhetik des Wilden Westens anknüpfte. Interessanterweise griff BlueBell nicht auf eine einzige Fabrik zurück. Je nach Modell und Preisklasse wurde die Produktion an verschiedene Werke vergeben. Einige der teuersten Modelle entstanden in der renommierten Tama-Fabrik (bekannt für die Herstellung von Ibanez-Gitarren), andere in der Fabrik der Suzuki Violin Company. Die Marke bot hauptsächlich Kopien von Martin- und Gallagher-Gitarren an.

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Jagard & Thumb (by Terada)

Beide Marken waren Eigenmarken der Fabrik Terada, die in den 1970er Jahren hauptsächlich für den japanischen Markt geschaffen wurden.

  • Jagard bot Akustikgitarren im Stil von Martin und Gibson an, darunter beliebte Kopien des Modells Hummingbird.

  • Thumb fertigte ebenfalls hochwertige Repliken amerikanischer Klassiker und ist heute eine geschätzte Marke auf dem Vintage-Markt.

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Jullian (by Kurosawa)

Jullian ist eine Eigenmarke der Firma Kurosawa, die sowohl Konzertgitarren als auch Akustikgitarren im amerikanischen Stil umfasste (häufig nach dem Vorbild der Martin D-35). Die Qualität dieser Instrumente wurde vom Gitarrenbauer Tsunesaburo Kurosawa und seinem Neffen Sumio persönlich überwacht. Aufgrund der hohen Verarbeitungsqualität und der begrenzten Produktion sind Jullian-Gitarren heute selten und bei Sammlern sehr geschätzt.

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Mountain

Die Marke Mountain, häufig unter dem Namen „C F Mountain“ anzutreffen, wurde in den 1970er und frühen 1980er Jahren von der Firma Hayashi Musical Instrument Ltd. hergestellt. Wie der Name schon andeutet, spezialisierte sie sich auf sehr genaue Repliken von C.F.-Martin-Gitarren. Besonderes Prestige verleiht diesen Instrumenten die Tatsache, dass viele von ihnen von Yasuo Momose gebaut wurden. Momose wurde später einer der berühmtesten japanischen Gitarrenbauer und Gründer der Luxusmarke Headway. Diese Abstammung führt dazu, dass Mountain-Gitarren heute als Instrumente mit bedeutendem Stammbaum gelten.

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K.Country (by Kasuga)

Kasuga, 1935 in Nagoya gegründet, war einer der ältesten japanischen Instrumentenhersteller. Als erfahrener OEM-Hersteller fertigte das Unternehmen in den 1970er Jahren u. a. die Gitarrenlinie Madeira für die amerikanische Marke Guild.

K.Country war Kasugas Hauptmarke für den Inlandsmarkt. Dank der bei der Produktion für Guild gewonnenen Erfahrung werden K.Country-Gitarren heute außerordentlich dafür geschätzt, dass sie besonders originalgetreue und hervorragend verarbeitete Repliken von Guild-Gitarren sind. Besonders gesucht sind Dreadnought-Modelle wie die D380 (eine Kopie der Guild D50), die sich ideal für Bluegrass eignen.

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Fernandes / Burny

Die 1969 gegründete Firma Fernandes stellte zunächst Akustikgitarren her, wurde jedoch schnell für ihre hervorragenden Repliken von E-Gitarren bekannt. Sie verfolgte eine klare Strategie: Die Marke

Fernandes wurde für Fender-Kopien verwendet, die Marke Burny für Gibson-Kopien. Obwohl es die E-Gitarren-Modelle von Burny und Fernandes waren, die Kultstatus erlangten, produzierte das Unternehmen auch hochwertige Akustikgitarren. Wie viele andere Marken besaß Fernandes keine eigenen Fabriken und vergab die Produktion an Zulieferer, darunter die Fabriken Terada und Matsumoku.

Japanische Vintage-Gitarren — Marken, Fabriken und Kaufberatung — Foto aus dem SVG-Archiv

Daion

Daion ist eine Marke, die in kurzer Zeit eine Entwicklung vom Nachahmer zum Innovator durchlief. Ursprünglich ein Vertriebsunternehmen, trat Daion Ende der 1970er Jahre als Gitarrenmarke in Erscheinung; die Instrumente dafür fertigten die Fabriken Yamaki und später Terada. In den 1970er Jahren bot die Firma hochwertige Kopien amerikanischer Vorbilder an, präsentierte jedoch Anfang der 1980er Jahre eine Serie außergewöhnlich origineller und innovativer Instrumente. Daion-Gitarren zeichneten sich durch einzigartige Merkmale aus, etwa ovale Schalllöcher, charakteristische Kopfplatten sowie die umfangreiche Verwendung von Messing bei Sätteln, Griffbrettern und Stegen, was ihnen das Aussehen von Boutique-Instrumenten verlieh. Akustische Flaggschiff-Serien wie „The Year“ (z. B. '78 Heritage) und „Mark“ fanden Anerkennung für ihren hervorragenden Klang und ihre Verarbeitungsqualität. Dennoch verschwand die Marke Mitte der 1980er Jahre vom Markt, vermutlich weil die Produktionskosten solch aufwendiger Instrumente im Verhältnis zu ihrem Verkaufspreis zu hoch waren.

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Morris

Die 1967 in Nagano von Toshio Moridaira gegründete Firma Morris entwickelte sich schnell zu einer der angesehensten japanischen Marken für Akustikgitarren. Als erster japanischer Vertrieb von Fender und Gibson verfügte Moridaira über hervorragende Marktkenntnisse. Der Name „Morris“ geht auf den Spitznamen „Mori“ zurück, den man ihm bei einem Besuch der Gibson-Fabrik in Kalamazoo gab. Morris spezialisierte sich auf die Herstellung hochwertiger Kopien von Martin-Gitarren (insbesondere Dreadnoughts der „W“-Serie) und Gibson-Gitarren (Jumbo-Modelle). Viele dieser Instrumente, vor allem aus der W-Serie, wurden in der renommierten Fabrik Terada gefertigt. 1978 führte Morris die innovative Serie „Tornado“ ein – elektroakustische Gitarren mit flachem Korpus, inspiriert von den amerikanischen Ovation-Gitarren.

Japanische Vintage-Gitarren — Marken, Fabriken und Kaufberatung — Foto aus dem SVG-Archiv

Meister der Konzertgitarre – Die japanische Gitarrenbauschule

Während die japanischen Fabriken die Massenproduktion von Akustik- und E-Gitarren perfektionierten, entwickelte sich parallel dazu ein anderer, subtilerer Zweig des Instrumentenbaus – der Bau von Konzertgitarren. Das japanische Interesse an diesem Instrument reichte bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, lange vor dem Rock-'n'-Roll-Boom. In den 1950er Jahren unternahmen Pioniere wie die Brüder Nakade Pilgerreisen nach Spanien, um das Handwerk an der Quelle zu erlernen. Sie legten den Grundstein für eine außerordentlich starke handwerkliche Kultur des Konzertgitarrenbaus in Japan. So bildeten sich zwei parallele Wege des japanischen Gitarrenbaus heraus: ein industrieller, auf Größenordnung und Effizienz ausgerichteter, und ein handwerklicher, der spanischen Tradition kleiner Werkstätten und Handarbeit treu. Gelegentlich kreuzten sich diese Wege, wenn herausragende Gitarrenbauer für große Firmen tätig wurden und ihre Meisterschaft in eine breitere Produktion einbrachten.

Masaru Kohno (1926-1998) & Masaki Sakurai (1944-2025)

Masaru Kohno ist ohne Zweifel der berühmteste japanische Konzertgitarrenbauer. Nach seinem Studium in Tokio ging er 1959 nach Spanien, wo er sechs Monate lang in der Werkstatt von Arcángel Fernández in die Lehre ging. Der Wendepunkt seiner Karriere war der Gewinn der Goldmedaille beim renommierten internationalen Gitarrenbauwettbewerb in Belgien im Jahr 1967, der ihm Weltruhm einbrachte. Seine Gitarren, geschätzt für ihre Kraft, ihren ausgewogenen Klang und ihre makellose Verarbeitung, wurden von Virtuosen wie Julian Bream und Sharon Isbin gespielt.

Die Tradition des Meisters setzt sein Neffe Masaki Sakurai fort. Er trat 1967 in die Werkstatt ein und wurde selbst ein Gitarrenbauer von Weltrang, was er mit dem Gewinn des ersten Preises beim Internationalen Gitarrenbauwettbewerb in Paris im Jahr 1988 bestätigte. Nach dem Tod seines Onkels übernahm Sakurai die Leitung der Werkstatt und baute Instrumente unter den Marken „Sakurai“ und „Sakurai-Kohno“, die bis heute ein Synonym für höchste Qualität in der Welt der Konzertgitarren sind.

Japanische Vintage-Gitarren — Marken, Fabriken und Kaufberatung — Foto aus dem SVG-Archiv
Japanische Vintage-Gitarren — Marken, Fabriken und Kaufberatung — Foto aus dem SVG-Archiv

Ryoji Matsuoka (gest. 2014)

Ryoji Matsuoka, ein Autodidakt aus Nagoya, gründete seine Werkstatt im Jahr 1959. Seine Geschäftsphilosophie war außergewöhnlich: Er wollte Instrumente in bestmöglicher Qualität zu Preisen anbieten, die für Studenten und Amateure erschwinglich waren. Dadurch erlangten seine Gitarren in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis legendären Status. In den 60er- und 70er-Jahren baute Matsuoka Gitarren nicht nur unter eigenem Namen, sondern auch für die Marken Aria und Ibanez. Charakteristisch für seine Modelle aus jener Zeit war die Bezeichnung mit einer Nummer, die dem Preis in Yen entsprach (z. B. kostete das Modell No. 30 30 000 Yen), was heute ein wertvoller Hinweis auf die ursprüngliche Klasse des Instruments ist. Matsuokas Werkstatt wurde kurz nach seinem Tod im Jahr 2014 geschlossen, womit eine Epoche in der Geschichte des japanischen Gitarrenbaus zu Ende ging.

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Die Brüder Tamura (Hiroshi & Mitsuru)

Die Brüder Hiroshi und Mitsuru Tamura reisten – ebenso wie Kohno – in den 50er-Jahren nach Spanien, um die Geheimnisse des Gitarrenbaus zu ergründen. Nach ihrer Rückkehr eröffneten sie in den 60er-Jahren eine Werkstatt in der Stadt Kōchi, wo sie eine kleine Zahl exklusiver, handgefertigter klassischer Gitarren und Flamencogitarren bauten. Ihre Instrumente gewannen zahlreiche Preise und galten als den Arbeiten von Masaru Kohno ebenbürtig, nach Ansicht mancher sogar als ihnen überlegen. Tamura-Gitarren sind heute äußerst selten und sehr gesucht. Sie zeichnen sich durch einen kraftvollen Klang aus, und einige Modelle hatten eine längere Mensur (bis zu 665 mm), was sich in einem tiefen, tragfähigen Bass niederschlug. Von Mitsuru signierte Instrumente gelten als noch seltener und wertvoller als jene, die sein Bruder Hiroshi gebaut hat.

Asturias (von Masaru Matano)

Asturias ist eine Boutique-Werkstatt, die 1962 in Kurume von dem angesehenen Gitarrenbauer Masaru Matano gegründet wurde. Ähnlich wie K. Yairi konzentrierte sich das Unternehmen von Anfang an auf die Fertigung einer begrenzten Zahl hochwertiger, von Hand gebauter Instrumente durch ein kleines Team qualifizierter Handwerker. Die Marke Asturias ist dafür bekannt, ausschließlich Tonhölzer der höchsten Güteklasse zu verwenden, die vor der Verarbeitung viele Jahre lang abgelagert und gealtert werden, was sich in einer außergewöhnlichen Stabilität und einem gereiften Klang ihrer Gitarren niederschlägt.

Gitarrenbauer bei Yamaha (Hideyuki Ezaki, Toshiro Kato)

Selbst ein so großer Konzern wie Yamaha verließ sich bei seinen Spitzenmodellen auf die Meisterschaft einzelner Gitarrenbauer. Hideyuki Ezaki war einer der führenden Meister in der Yamaha-Werkstatt und signierte in den späten 70er- und frühen 80er-Jahren die höchsten Modelle der Grand-Concert-Serie, etwa GC-5 und GC-7, mit seinem Namen. Ezaki erlernte das Handwerk bei Toshiro Kato und absolvierte – wie andere Meister auch – eine Lehrzeit in Spanien. Seine Präsenz innerhalb der Strukturen von Yamaha zeigt, dass selbst in einem auf Massenproduktion ausgerichteten Umfeld die Instrumente der Spitzenklasse handwerkliche Werke waren, geschaffen von bestimmten Meistern.

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Das Erbe der Goldenen Ära und Tipps für Sammler

Die 70er- und 80er-Jahre waren für die japanische Gitarrenindustrie eine Zeit des Wandels, die ihr globales Image für immer veränderte. Vom Nachahmer wurde Japan zum Innovator und Marktführer und setzte neue Qualitätsstandards, die sogar die amerikanischen Giganten zwangen, ihre eigene Produktion und Strategie zu überdenken (wofür die Entstehung der Marken Squier und Epiphone in ihrer modernen Form ein Beispiel ist). Das Erbe dieser goldenen Ära lebt bis heute in Tausenden von Instrumenten weiter, die Musiker und Sammler auf der ganzen Welt nach wie vor begeistern.

Ihr beständiger Wert ergibt sich aus mehreren Schlüsselfaktoren. Erstens ist es die kompromisslose Verarbeitungsqualität, die sich in der Liebe zum Detail, der Präzision der Montage und dem Finish zeigt. Zweitens

hervorragende Materialien – die japanischen Hersteller hatten Zugang zu hochwertigem, oft massivem und gut abgelagertem Holz, das die Grundlage eines guten Klangs bildet. Drittens ein einzigartiger, gereifter Ton, der aus der Verbindung hervorragender Materialien und jahrzehntelanger natürlicher Alterung des Holzes resultiert. Und schließlich der
historische Wert und Anlagewert – ein Instrument aus dieser Zeit zu besitzen heißt, ein Stück Musikgeschichte zu besitzen, das mit den Jahren häufig an Wert gewinnt.

Für alle, die den Kauf einer Gitarre aus dieser Epoche in Erwägung ziehen, hier einige praktische Hinweise:

  • Modellnummern entschlüsseln: Viele japanische Marken verwendeten in den 70er-Jahren ein System, bei dem die Modellnummer dem Preis in Tausend Yen entsprach (z. B. kostete die Morris W-40 40 000 Yen und die Matsuoka No. 80 80 000 Yen). Das ist ein hervorragender Anhaltspunkt, um die ursprüngliche Klasse und Positionierung des Instruments einzuschätzen.

  • Die Feinheiten von „Laminat“: Instrumente mit laminierten Zargen und laminiertem Boden sollte man nicht von vornherein abschreiben. Japanische Hersteller wie Yamaha oder Matsuoka perfektionierten die Technik zur Herstellung hochwertigen Schichtholzes (sog. „Double-Plate“), das aus zwei Lagen Massivholz besteht. Solche Laminate klingen oft ebenso gut wie Massivholz, sind aber deutlich widerstandsfähiger gegenüber Feuchtigkeitsschwankungen und Beschädigungen.

  • Auf den Namen des Gitarrenbauers achten: Bei Marken wie Mountain, höherwertigen Yamaha-Modellen oder Kurosawa lohnt es sich, nach Instrumenten mit Signatur oder mit Bezug zu einem bestimmten Meister (z. B. Momose, Ezaki) zu suchen. Das ist nahezu eine Garantie für überdurchschnittliche Qualität.

Die Welt japanischer Vintage-Gitarren zu entdecken, ist eine faszinierende Zeitreise. Jedes Instrument erzählt eine Geschichte von Ehrgeiz, Handwerkskunst und Leidenschaft, die es Japan ermöglichten, seinen gebührenden Platz auf der Gitarren-Weltkarte einzunehmen. Sie sind nicht nur Werkzeuge zum Musizieren, sondern auch greifbare Zeugnisse einer außergewöhnlichen Epoche.

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