Ratgeber / SELECTED VINTAGE GUITARS
Precision Bass aus Japan: Tokai, Fresher und Edwards statt eines neuen Basses
Ein markantes Fundament, einfache Bedienung und ein Klang, der sich gut in die Band einfügt. An Tokai Hard Puncher, Fresher Personal Bass und Edwards zeigen wir, warum sich ein professionell gewarteter japanischer Bass klassischer Bauart lohnt.
Precision: ein gutes Fundament für die ganze Band
Am Precision schätzen wir die Direktheit. Ein Tonabnehmer, Lautstärke, Tonblende und viel Raum für Finger oder Plektrum. Unserer Meinung nach gehört ein gut vorbereiteter japanischer Bass dieser Art zu den vernünftigsten Käufen für Musiker, die ein solides Instrument für Proben, Konzerte und Aufnahmen suchen.
Ein älterer Tokai oder Fresher nach fachgerechtem Service kann das Budget besser nutzen als ein neuer Mittelklassebass. Man erhält eine klassische Konstruktion und vorbereitete Komponenten, die beim Spielen wirklich spürbar sind: Bünde, Sattel, Brücke und Einstellung. Auch neuere Instrumente japanischer Marken wie Edwards sollten berücksichtigt werden.
Kurze Geschichte eines Klangs, der zum Standard wurde
Der Precision Bass erschien 1951 im Fender-Programm. Die erste Version hatte einen einzelnen Singlecoil; der charakteristische geteilte Splitcoil wurde 1957 eingeführt. Diese spätere Konstruktion wurde zum Maßstab für viele PB-Bässe, auch aus Japan.
Japanische Hersteller entwickelten über Jahrzehnte ihre Fähigkeiten im Bau von Instrumenten nach amerikanischen Vorbildern. Tokai Hard Puncher und Fresher Personal Bass gehören zu dieser Tradition. Heute interessieren sie uns besonders als Arbeitsinstrumente: Eine ältere Konstruktion lässt sich mit einer guten Spielfläche und einem auf den Bassisten abgestimmten Setup verbinden.
Was die klassische Splitcoil-Schaltung bietet
Die zwei versetzten Tonabnehmerhälften erfassen jeweils zwei Saiten und arbeiten in der klassischen Anordnung brummreduzierend zusammen. Statt wie beim Jazz Bass zwei räumlich getrennte Tonabnehmer zu mischen, konzentriert man sich auf Tonblende und Artikulation.
Mit dem Precision verbindet man ausgeprägte Mitten und ein kompaktes Fundament, das sich im Arrangement leicht einordnen lässt. Ein Plektrum kann den Tonbeginn stärker betonen; eine Handposition näher am Hals verändert den Anschlag. Probieren Sie den Bass mit Schlagzeug oder Begleitspur: Seine größte Stärke liegt häufig in seinem Platz innerhalb der Band.
Tokai Hard Puncher PB45: ein neu bundierter Klassiker
Der schwarze Tokai Hard Puncher PB45 von 1981 besitzt einen Erlenkorpus, Ahornhals, Palisandergriffbrett und den werksseitigen Tokai-Splitcoil. Bei Guitar Lab haben wir das Griffbrett geplant, Vintage-Style-Bünde eingesetzt, die Fräsungen abgeschirmt und Saitenlage sowie Intonation abschließend eingestellt.
Am Korpus bleiben Lackabplatzer, Druckstellen und andere Gebrauchsspuren sichtbar. Für Bassisten auf der Suche nach einem interessanten älteren Instrument ist das unserer Meinung nach ein sehr guter Weg: Der Charakter eines Tokai der frühen 1980er verbindet sich mit neuen Bünden und der Vorbereitung auf regelmäßiges Spielen.
Fresher Personal Bass: einfach und angenehm leicht
Der Fresher Personal Bass der vierten Generation aus den 1980ern in Sunburst hat einen Erlenkorpus, Ahornhals und Palisandergriffbrett. Die Schaltung bleibt klassisch: Splitcoil, Lautstärke und Tonblende. Bei diesem Exemplar wurden ein neues schwarzes Schlagbrett und eine Daumenstütze montiert.
Mit 3,61 kg ist er bei der Suche nach einem Bass für lange Proben und Konzerte interessant. Seine originalen Bünde benötigten eine Politur; hinzu kamen Griffbrettpflege und Einstellung. Das zeigt, dass ein guter Kauf keine vollständige Neubundierung voraussetzt: Der Arbeitsumfang muss dem Zustand des konkreten Instruments entsprechen.
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Edwards E-PB-95R/LT: klassische Form, kräftigerer Tonabnehmer
Der Edwards E-PB-95R/LT in Lake Placid Blue, datiert auf etwa 2013, zeigt eine neuere Ausprägung dieses Konzepts. Er besitzt Erlenkorpus, Ahornhals, Palisandergriffbrett und einen passiven Seymour Duncan SPB-2. Diese Variante mit höherem Ausgangspegel lohnt einen Versuch, wenn bei einem klassischen PB-Bass eine kräftigere Ansprache gesucht wird.
An unserem Exemplar haben wir die Bünde abgerichtet und poliert, die Fräsungen mit Kupfer abgeschirmt, Wartungsarbeiten vorgenommen und das Setup durchgeführt. Der Edwards wiegt 4,03 kg und besitzt Gotoh-Mechaniken. Vergleichen Sie ihn mit Tokai und Fresher am selben Verstärker bei gleicher Lautstärke: So hören Sie Charakterunterschiede statt bloßer Pegelunterschiede.
Edwards E-PB-95R/LT – Lake Placid Blue, ca. 2013Fotos, Servicebericht und aktuelle Angebotsdetails →
Den passenden Precision für die eigene Hand wählen
Beginnen Sie mit Hals und Balance am Gurt. PB-Bässe gibt es mit unterschiedlichen Profilen und Sattelbreiten. Prüfen Sie deshalb den Komfort in den ersten Lagen und beim Wechsel nach oben. Spielen Sie anschließend jede Saite mit ähnlicher Kraft und achten Sie auf gleichmäßige Lautstärke und Ausklang.
Testen Sie die Tonblende von ganz offen bis deutlich abgedunkelt. Spielen Sie mit dem eigenen Plektrum und den Fingern, selbst wenn Sie normalerweise eine Technik bevorzugen. Tonabnehmerhöhe, Saiten und Setup beeinflussen die Ansprache — diese Faktoren sollten nach der Instrumentenwahl angepasst werden.
Warum wir mit einem gewarteten japanischen Bass beginnen würden
Auch ein neues Instrument sollte für die vorgesehenen Saiten, die Stimmung und die Anschlagstärke vorbereitet werden. Wir vergleichen deshalb Bässe, die für unser Spiel bereit sind. Der Tokai mit neuen Bünden, der leichte eingestellte Fresher und der Edwards mit kräftigerem Tonabnehmer bieten drei sinnvolle Wege zum klassischen PB-Klang.
Unserer Meinung nach bietet ein solcher Kauf ein sehr gutes Verhältnis von Qualität und Ausgabe. Kommen Sie vorbei, spielen Sie und wählen Sie das Instrument, auf dem der eigene Groove am leichtesten gelingt. Ein guter Precision soll vor allem die ganze Band souveräner klingen lassen.
Auch den Jazz-Bass-Ratgeber lesen ↗
Geschichte von Fresher und den Personal-Bass-Modellen ↗
Die Marke Edwards kennenlernen ↗
Weiterführende Literatur
Fenders Geschichte ordnet die aufeinanderfolgenden Precision-Versionen ein; der Modellvergleich erklärt die Unterschiede zum Jazz Bass. Seymour Duncans Informationen erläutern den im beschriebenen Edwards verbauten SPB-2. Der Setup-Ratgeber zeigt das Zusammenspiel der Einstellarbeiten. Unsere Beispiele führen zu Angeboten mit Beschreibungen der Ausstattung und ausgeführten Arbeiten.
Fender — Precision-Bass-Geschichte und Tonabnehmerwechsel von 1957 ↗
Fender — Precision-Konstruktion im Vergleich zum Jazz Bass ↗
Seymour Duncan — Unterschiede der P-Bass-Tonabnehmer, einschließlich SPB-2 ↗
Fender — Hals, Saitenlage, Intonation und Tonabnehmerhöhe einstellen ↗

