Ratgeber / SELECTED VINTAGE GUITARS

Fender Japan: Seriennummern MIJ, CIJ, JV und JD – ein Ratgeber

Erfahren Sie, wie man eine Fender-Japan-Seriennummer liest, Made in Japan von Crafted in Japan unterscheidet und den möglichen Baujahrgang eingrenzt. Sehen Sie sich Fotos der Kennzeichnungen aus unserem Katalog an und nutzen Sie den Decoder.

Fender Jazz Bass JB62 · SVG

Wie prüft man eine Fender-Japan-Seriennummer?

Notieren Sie die vollständige Nummer samt Präfix und zählen Sie die Ziffern. Lesen Sie auch den Schriftzug Made in Japan (MIJ) oder Crafted in Japan (CIJ) ab – lassen Sie ihn im Decoder nicht weg. Vergleichen Sie das Ergebnis anschließend mit Modell, Konstruktion und Dokumentation des Instruments. Ist der Schriftzug unleserlich, wählen Sie im Tool die Option für Unsicherheit, statt zu raten.

Der Decoder hinter der Schaltfläche oben unterstützt auch ausgewählte Fender-Schemata aus den USA, Mexiko, Korea und Indonesien. Dieser Artikel konzentriert sich auf Japan: Er zeigt, wo sich die Kennzeichnungen befinden, erklärt die Unterschiede zwischen MIJ und CIJ und bietet praktische Beispiele.

Wo findet man die Nummer: Kopfplatte, Halsfuß oder Halsplatte?

Sehen Sie sich beide Seiten der Kopfplatte, die Halsrückseite am Übergang zum Korpus und die metallene Halsbefestigungsplatte an. Die Stelle hängt von Modell und Zeitraum ab; fehlt die Nummer auf der Kopfplatte, heißt das nicht, dass das Instrument keine hat. Die folgenden Fotos zeigen denselben Fender Jazz Bass JB62 in Daphne Blue aus dem Katalog von Selected Vintage Guitars.

Kopfplatte des Fender Jazz Bass JB62 in Daphne Blue aus unserem Katalog. Um die Kennzeichnungen dieses Exemplars abzulesen, muss man sich auch den Halsfuß ansehen.
Kopfplatte des Fender Jazz Bass JB62 in Daphne Blue aus unserem Katalog. Um die Kennzeichnungen dieses Exemplars abzulesen, muss man sich auch den Halsfuß ansehen.
Derselbe JB62: Das Präfix S und der Schriftzug Crafted in Japan befinden sich auf der Halsrückseite am Korpus. Foto aus dem Katalog von Selected Vintage Guitars.
Derselbe JB62: Das Präfix S und der Schriftzug Crafted in Japan befinden sich auf der Halsrückseite am Korpus. Foto aus dem Katalog von Selected Vintage Guitars.

Beispiel aus unserem Katalog: Jazz Bass JB62 Crafted in Japan

Auf dem Foto des Halsfußes sind der Schriftzug Crafted in Japan und eine mit S beginnende Nummer zu sehen. In der Herstellertabelle entspricht das Schema CIJ S mit sechs Ziffern dem Zeitraum 2006–2008; diesen Zeitraum geben wir auch bei diesem Exemplar an. Die Nummer allein erlaubt es nicht, ein einzelnes Jahr innerhalb dieses Zeitraums zu bestimmen.

Eine nützliche Übung, bevor Sie den Decoder verwenden: Lesen Sie Nummer und Schriftzug am selben Instrument ab und nicht nur die Jahreszahl im Angebotstitel. Die Fotos bleiben auch dann Vergleichsmaterial, wenn das Exemplar verkauft ist.

Fender – offizieller Leitfaden zur Datierung japanischer Instrumente ↗

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MIJ vs. CIJ: Derselbe Buchstabe kann einen anderen Zeitraum bedeuten

Made in Japan und Crafted in Japan gehören zu den Angaben, die man zum Ablesen braucht – sie sind keine Qualitätsbewertung. So verweist zum Beispiel S mit sechs Ziffern und MIJ in der älteren Tabelle auf 1994–1995, während CIJ S zu 2006–2008 führt. Ohne den Schriftzug wäre die Wahl des späteren Jahrgangs reines Raten.

Crafted in Japan erschien 1997. Made in Japan kehrte ab 2007 zurück; in den Jahren 2007–2008 kamen beide Schriftzüge parallel vor. Für MIJ T gibt es einen älteren und einen späteren Zeitraum, daher sind auch die Merkmale des Modells nötig. Die folgende Tabelle enthält ausgewählte Schemata und ist kein vollständiges Verzeichnis aller Fender-Instrumente.

Fender – offizieller Leitfaden zur Datierung japanischer Instrumente ↗

Herkunftsland-KennzeichnungNummernanfang und Anzahl der ZiffernUngefährer Produktionszeitraum
Made in JapanJV + 51982–1984
Made in JapanSQ + 51983–1984
Made in JapanE + 61984–1987
Made in JapanS / T + 61994–1995
Crafted in JapanS + 62006–2008
Crafted in JapanT + 62007–2008
Made in JapanT + 62007–2010*

Fender – offizieller Leitfaden zur Datierung japanischer Instrumente ↗

JV, SQ, E und JD – was verrät das Präfix?

JV, SQ und E führen zu den in der Tabelle gezeigten Zeiträumen. JD ist ein anderes Schema: Auf das Präfix folgen acht Ziffern, von denen die ersten beiden das Jahr angeben. Die erfundene Beispielnummer JD12000001 veranschaulicht die Lesart 2012; es handelt sich nicht um die Nummer eines Instruments aus unserem Katalog.

Das Sternchen bei MIJ T bedeutet, dass ausgewählte Modelle dieses Schema bis 2011 beibehielten. Fender beschreibt außerdem Instrumente mit U und sechs Ziffern aus der Übergangszeit 2012. Den Zeitraum aus der Tabelle muss man mit der Spezifikation abgleichen und darf ihn nicht als genaues Fertigstellungsdatum der Gitarre verstehen.

Fender – offizieller Leitfaden zur Datierung japanischer Instrumente ↗

Verweist MIJ oder CIJ auf eine bestimmte Fabrik?

Der Schriftzug allein reicht nicht aus, um ein bestimmtes Instrument einem Werk zuzuordnen. Fujigen bestätigt den Produktionsbeginn für CBS Fender im April 1982, doch diese historische Information beweist nicht die Herkunft jedes späteren Fender Japan. Wir setzen MIJ nicht automatisch mit einer Fabrik und CIJ mit einer anderen gleich.

Fujigen – offizielle Firmengeschichte des Herstellers ↗

Japanischer Instrumentenbau vor der Ära von Fender Japan

Die Geschichte der japanischen Fender-Instrumente wurzelt in der Erfahrung von Werken, die die Instrumentenproduktion lange vor der Zusammenarbeit mit der amerikanischen Marke aufgebaut hatten. Ein gutes Beispiel ist Fujigen: Das Unternehmen wurde 1960 gegründet, befasste sich bald mit Konzertgitarren und begann 1962 mit dem Bau von E-Gitarren.

Zur handwerklichen Arbeit kamen nach und nach neue Technologien hinzu. 1981 führte Fujigen CNC-Fräsmaschinen ein, und im April 1982 begann die Produktion für CBS Fender. Die japanische Gitarrenbautradition verband also Erfahrung in der Bearbeitung und Montage von Instrumenten mit der Entwicklung einer präzisen Serienfertigung.

Fujigen – Geschichte des Werks ↗

Zur Quelle: Die Chronologie des Herstellers ermöglicht es, die Entwicklung der Fabrik nachzuvollziehen und den Beginn ihrer Zusammenarbeit mit Fender festzustellen.

Warum sich Fender für die Produktion in Japan entschied

In einem Interview für Guitar Center verweist Allen Abbassi, der bei Fender verantwortliche Direktor für die Entwicklung von E-Gitarren und E-Bässen, auf die starke Konkurrenz durch japanische Hersteller Ende der 1970er-Jahre. Deren Instrumente verbanden erschwingliche Preise mit guter Qualität. Die Antwort darauf war die 1982 geschlossene Vereinbarung mit Kanda Shokai und Yamano Music sowie der Start der Produktion originaler Fender-Instrumente in Japan.

Abbassi erinnert außerdem daran, dass die ersten Modelle mit der Kennzeichnung JV ältere Fender-Konstruktionen nachbildeten und schnell für ihre Verarbeitungsqualität geschätzt wurden. Die Abkürzung JV stand für „Japanese Vintage“. Das ist ein wichtiger Kontext: Das Interesse an japanischen Gitarren hing sowohl mit dem Preis als auch mit der Sorgfalt zusammen, mit der geschätzte Vorbilder nachgebildet wurden.

Guitar Center – Gespräch mit Allen Abbassi von Fender ↗

Zur Quelle: Die Aussage des Fender-Vertreters beschreibt die Entstehung der Zusammenarbeit und den Ruf der JV-Serie. Sie ist kein Vergleichstest aller japanischen Modelle.

Instrumente, die Teil der Fender-Geschichte wurden

In der offiziellen Geschichte der Telecaster hebt Fender die japanische Vintage-Reissue-Serie von 1982 hervor, darunter ein Modell nach dem Vorbild der Telecaster von 1952. Der Hersteller betont die Verarbeitungsqualität und die Übereinstimmung mit dem historischen Vorbild. Die Instrumente aus Japan gelangten anschließend unter der Marke Squier nach Europa und waren Ende 1983 auch in den Vereinigten Staaten erhältlich.

Ihre Bedeutung wuchs nach dem Verkauf von Fender durch CBS im Jahr 1985. Während das Unternehmen seine Produktionsbasis in den USA wieder aufbaute, wurde Japan zum wichtigsten Fertigungsstandort seiner Gitarren. Es war ein vollwertiges Kapitel der Markengeschichte und nicht bloß eine Episode günstigerer Produktion.

Fender – Geschichte der Telecaster ↗

Zur Quelle: Die Darstellung des Herstellers bestätigt die Rolle der japanischen Reissues im Fender-Programm sowie in der Phase des Wiederaufbaus des Unternehmens Mitte der 1980er-Jahre.

Die Nummer passt nicht oder das Ergebnis ist mehrdeutig?

Prüfen Sie, ob Sie eine Null mit dem Buchstaben O verwechselt und alle Ziffern übertragen haben. Fehlende Übereinstimmung beweist keine Fälschung, und ein korrektes Format bestätigt keine Echtheit. Teile und Kennzeichnungen können ausgetauscht worden sein, deshalb zählt das gesamte Instrument.

Wenn Sie Hilfe benötigen, senden Sie an shop@selectedvintageguitars.com scharfe Fotos beider Seiten der Kopfplatte, der gesamten Gitarre bzw. des gesamten Basses, der Nummer und des Herkunftsland-Schriftzugs. Nennen Sie das Modell und die bekannte Reparaturgeschichte – wir vergleichen die Kennzeichnungen mit den Merkmalen des Exemplars und sagen Ihnen, was als Nächstes zu prüfen ist. Demontieren Sie den Hals nicht nur für ein Foto.

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