Ratgeber / SELECTED VINTAGE GUITARS

Japanischer Strat oder neuer Fender? Fresher und Fernandes als Alternativen

Ein gutes Instrument im ST-Stil muss weder neu sein noch das Fender-Logo tragen. Wir zeigen, warum sich ein japanischer Fresher oder Fernandes mit professioneller Werkstattvorbereitung lohnt.

Warum wir selbst japanischen Vintage wählen würden

Unserer Meinung nach ist eine sorgfältig ausgewählte japanische Gitarre nach einer gründlichen Überholung der bessere Kauf gegenüber einem neuen Mittelklasseinstrument. Sie verbindet eine interessante Konstruktion, den individuellen Charakter des Exemplars und konkrete Werkstattarbeit, die im Alltag die Bespielbarkeit verbessert. Für jemanden, der vor allem zum Spielen kauft, ist das eine überzeugende Kombination.

Japanische Marken entwickelten eigene Kompetenzen in Konstruktion und Fertigung. Sie bauten sowohl von amerikanischen Klassikern inspirierte Instrumente als auch Weiterentwicklungen dieser Entwürfe. Fresher und Fernandes zeigen diese Vielfalt: von drei klassischen Singlecoils bis zu Konstruktionen für kräftigere Sounds. Eine solche Gitarre kann auch dann sinnvoll sein, wenn ursprünglich ein neuer Fender geplant war.

Was wir tatsächlich mit einem Fender Player II vergleichen

Der reguläre Fender Player II Stratocaster bietet einen nützlichen Bezugspunkt: Modern-C-Halsprofil, 9,5 Zoll Griffbrettradius, 22 Medium-Jumbo-Bünde und Zweipunkt-Tremolo. Das ist eine bestimmte Ausstattung, kein allgemeingültiger Maßstab für Spielkomfort. Ein japanisches Instrument aus einer anderen Zeit kann andere Bünde, ein anderes Halsprofil und eine andere Brücke haben — entscheidend ist, welche Kombination zur eigenen Hand passt.

Vergleichen wir beide Gitarren bei einem ähnlichen Vorbereitungsstand. Auch ein neues Exemplar sollte überprüft und auf die gewählten Saiten, die Stimmung und den Spielstil eingestellt werden. Die Werkseinstellung ist ein Ausgangspunkt; sie berücksichtigt weder die persönliche Anschlagstärke noch die bevorzugte Saitenlage. Deshalb gehört ein Setup sinnvollerweise ins Budget einer neuen Gitarre.

Fresher Straighter ST: klassischer Aufbau, sinnvolle Wahl

Der Fresher Straighter ST in 3-Tone Sunburst aus den frühen 1980er-Jahren besitzt Ahornhals und Ahorngriffbrett, drei Singlecoils, einen Fünfwegschalter und ein traditionelles Sechsschrauben-Tremolo. Er richtet sich an Gitarristen, die klassische ST-Funktionen und ein Instrument mit eigener Identität suchen.

Dieses Exemplar wird vor der Übergabe vorbereitet. Dazu gehören die Wartung der Hardware, Abschirmung und nach Beurteilung des Halses ausgewählte Bundarbeiten. Genau diese Art des Kaufs finden wir attraktiv: Man wählt eine ältere Gitarre und weiß, welche Arbeiten dazugehören, statt nach dem Erhalt selbst Lösungen für Probleme suchen zu müssen.

Fernandes FST und modifizierter Fresher: mehr als eine klassische Kopie

Der Fernandes The Function FST im inzwischen cremefarbenen Olympic-White-Finish kombiniert zwei Singlecoils mit einem Steg-Humbucker. Er lohnt sich, wenn neben klaren Sounds eine kräftigere Stegposition für verzerrtes Spiel gefragt ist. HSS bietet andere Möglichkeiten als das traditionelle SSS-Layout. Beide Instrumente sollte man deshalb bei gleichen Verstärkereinstellungen ausprobieren.

Eine weitere Möglichkeit ist der Fresher Straighter ST Modified: zwei Rail-Mini-Humbucker, ein mittlerer Singlecoil sowie ausgetauschte Brücke und Schlagbrett. Er ist für Musiker gedacht, denen Funktionalität wichtiger ist als vollständige Originalität für Sammler. Bei beiden beschriebenen Exemplaren muss die im Angebot genannte Vorbereitung vor der Übergabe noch abgeschlossen werden.

So finden Sie Ihren ST

Prüfen Sie zuerst das Halsprofil, den Komfort bei Akkorden und Bendings. Hören Sie anschließend jede Schalterstellung am Clean-Kanal und mit moderater Verzerrung. Kontrollieren Sie die Stimmungsrückkehr des Tremolos, die Funktion der Potis und ob Töne in hohen Lagen absterben. Vergleichen Sie bei ähnlicher Lautstärke — ein stärkeres Signal wird leicht mit besserem Klang verwechselt.

Wenn ein bestimmtes Exemplar passt und Zustand sowie Vorbereitung klar beschrieben sind, ist ein japanischer ST eine starke Alternative zur neuen Gitarre. Für uns zählt vor allem das Ergebnis unter den Fingern: ein bequemer Hals, sauber bearbeitete Bünde und eine Einstellung, die zum Spielen einlädt. In diese Eigenschaften lohnt es sich zu investieren.

Weiterführende Literatur

Weiterführende Informationen finden Sie unten. Herstellerspezifikationen helfen beim Vergleich konkreter Konstruktionen, Serviceunterlagen erklären Einstellprinzipien. Fotos und Links bei unseren Beispielen führen zu unseren Instrumenten; aktuellen Zustand und Vorbereitungsumfang finden Sie in den Angeboten.

Fender Player II Stratocaster — Spezifikation des Vergleichsmodells ↗

Stratocaster einstellen — Serviceinformationen von Fender ↗